Bowdenzug selber Löten

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Author: Simson-Blog

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Bowdenzug selber löten – so wird´s gemacht

Der Bowdenzug ist schneller gerissen, als das Wort ausgesprochen ist. Das ist aber nicht unbedingt ein Grund, um gleich in die nächste Werkstatt zu fahren. Mit etwas handwerklicher Begabung, geschickten Händen und der richtigen Ausrüstung lässt sich dieses Problem auch selbst lösen. Das Löten des Bowdenzugs ist dann schnell erledigt und die Fahrt kann wieder weitergehen.

Der Check bevor es losgeht

Ob sich der gerissene Bowdenzug löten lässt, hängt von einigen Faktoren ab. So ist es wichtig, dass das Drahtseil lötbar ist, dass der Kolben mit mindestens 100 Watt lötet und dass der Lötzinn dünn genug ist. Bevor es ans Löten selbst geht, muss die Seele des Bowdenzugs sorgfältig gekürzt werden. Die Lötstellen müssen natürlich komplett fett- und schmutzfrei sein.
Einige Seile aus Edelstahl können nur mit einem speziellen Flussmittel gelötet werden. Die Lötnippel sollten am besten aus Messing sein. Sowohl Seil als auch Nippel sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich.
Bei der Frage Lötzinn oder Lötwasser scheiden sich die Geister. Einige sehen Lötwasser als das bessere Flussmittel. Dieses kann – da sauer – nach der Reparatur allerdings zu Korrosion führen, wenn es nicht neutralisiert wird.

Das Seil, welches durch die Hülle geschoben wird, sollten vor dem Löten ordentlich mit Bremsenreiniger behandelt werden, um Schmutz und Fett wirksam zu entfernen. Zudem sollte das Seil mit einem scharfen Seitenschneider gekürzt werden. Die Betonung liegt hierbei auf scharf, deshalb sollten andere Werkzeuge wie Kombizange und Co. auch lieber im Werkzeugkasten bleiben.

So funktioniert das Löten des Bowdenzugs

Zuerst wird das sauber abgezwickte Seil durch den Nippel geschoben und am anderen Ende am besten mit einem kleinen Schraubendreher aufgezwirbelt, sodass der so entstehende „Drahtpuschel“ in den Kopf des Nippels passt. Der Nippel wird bis zum Ende des Seils geschoben.
Dann wird vom hinteren Ende des Nippels Lötzinn in diesen gelassen, bis sich vorne ein Tropfen bildet. Dieser ist das Zeichen dafür, dass der Nippel anständig verlötet wurde. Hier sollte jedoch darauf geachtet werden, nicht zu viel Lötzinn zu verwenden, denn dies kann dazu führen, dass das Seil durch Verzinnung steif und somit bruchgefährdet wird.
Oft wird das Löten kopfüber empfohlen. Gibt es jedoch bereits Erfahrung im Löten von Bowdenzügen, ist dies nicht unbedingt nötig und der Nippel kann auch normal herum gelötet werden.

Ist der Bowdenzug fertig gelötet, sollte auch auf das Schmieren nicht vergessen werden. Dazu eignen sich Waffen-, Nähmaschinen- oder Motoröl am besten. Bei Hüllen mit Teflon-Innenbezug sollte jedoch statt mineralischem Öl lieber ein Silikonspray verwendet werden.

Das ganze auch nochmal im Viedoformat:

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